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Hinter den Kulissen: Der bitmotion.de Relaunch von innen

Bitmotion

Das neue Outfit einer Agentur-Website ist immer eine spannende Erfahrung. Um einen wirklichen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen, haben wir Relaunch-Projektleiter Thomas Esders interviewt.

Er steht Rede und Antwort zu all den Dingen, die man eben nicht von außen erkennen kann.

Florian Walter: Ich falle mal mit der Tür ins Haus - welche drei Hashtags beschreiben für Dich die Besonderheiten in diesem Projekt?

Thomas Esders: Hashtags? Na gut... hier sind sie:
#radikal
#einfach
#rundum-agil

FW: Na ja, schon auch mit Erklärungen bitte.

TE: Aha (lacht). Ok, "radikal" dürfte jedem auffallen, der die Seite besucht. Am prägnantesten: Die Startseite besteht aus einem Minimal-Menü mit nur drei Punkten, auf einfarbigem Grund. Selbst das Bitmotion-Logo wird erst spät eingeblendet.
Diese Idee wurde geboren, als wir uns die Analysedaten angeschaut haben und gemerkt haben: Ganz ehrlich, fast alle Benutzer interessieren sich zunächst genau für diese drei Bereiche. Also warum nicht alles darauf fokussieren, alles andere radikal weglassen?

FW: Was ja auch den Aspekt "einfach" unterstützt.

TE: Ganz genau. Es war für uns eine sehr schmerzhafte Abwägung, aber wir haben letztendlich in allen Bereichen die Leitlinie "weniger ist mehr" ausgegeben und ganz viel einfach weggelassen.
Eine besondere Fragestellung ist dabei: Soll eine Agenturseite auch "Showcase" sein, also bestimmte tolle Dinge demonstrieren, die man im Web so machen kann? Dies schließt etablierte Dinge wie eine Enterprise-Suche ebenso ein wie avantgardistische, z.B. Marketing Automation.
Am Ende haben wir uns dann doch für die benutzerfreundliche Variante entschieden, nämlich: Nur das wirklich Wichtige hat Daseinsberechtigung, alles andere lenkt ab. Also keine Showcase-Elemente.

FW: Ich sehe schon, "einfach" und "radikal" gehören eng zusammen. "Agil" scheint mir dagegen ein ganz anderer Bereich zu sein. Aber warum "rundum"?

TE: Weil es mir hier keineswegs um die Tatsache geht, dass wir Scrum verwenden. Vielmehr um die generelle Denkweise in Konzeption und Umsetzung, um schnellen Go-Live und um stetigen Verbesserung.
Zunächst muss man offen eingestehen, dass es viel zu lange gedauert hat, bis wir überhaupt ernsthaft losgelegt haben. Die alte Geschichte mit dem Schuster und dem Schuhwerk... Man lässt halt immer wieder Kundenaufgaben den Vorrang und hofft, dass man irgendwann mal genug Freiraum für seine eigene Website hat. Was aber natürlich nie passiert. Und eine externe Agentur nehmen kommt ja auch nicht in Frage...
Na ja im Ernst, als wir uns dann endlich durchgerungen hatten, ging es tatsächlich ziemlich zügig. Und zwar dank der erwähnten agilen Herangehensweise, sowohl in Konzeption und Design als auch in Umsetzung und Redaktion.

FW: Wie muss man sich das konkret vorstellen?

TE: Nun ja, neben Aspekten wie "iterativ" und "sprintbasiert" war uns wichtig, wegzukommen vom 100%-Perfektionismus. Wir haben uns an ganz vielen Stellen im Verlauf für "gut genug" entschieden und alles weitere für "eventuell nach Go-Live" vorgemerkt. Das gilt sogar für Content, also redaktionelle Inhalte. Und siehe da - ziemlich schnell waren wir tatsächlich live!

"Seit Go-Live entscheiden wir jede Woche, welche Verbesserung als nächstes kommt."

Was wir uns selbst versprochen haben und auch wirklich einhalten, ist: Nach dem Go-Live bleiben wir nicht stehen, sondern entscheiden einmal pro Woche, welche Verbesserungsideen den meisten Wert bieten und als nächstes angegangen werden sollen. Und das tun wir dann auch wirklich, dafür ist immer etwas Zeit reserviert.

FW: Was aber kein Modell für große Kunden sein kann.

TE: Oh doch, unbedingt sogar! Gerade in anspruchsvollen Umgebungen ist genau das die große Kunst, sonst kommt es zu "Kaugummiprojekten", und will nun wirklich keiner.
Man muss aber auch zugeben, dass die Organisation dieses Prozesses durchaus eine Herausforderung sein kann. Die klassische Denkweise mit Abnahme / Liveschaltung / Projektende ist in Deutschland noch verbreitet, aber andererseits findet man gerade in den Konzernen inzwischen teilweise ein Problembewusstsein und eine erstaunliche Bereitschaft für neue Wege.

FW: Zurück zu bitmotion.de: Wo gab es denn bereits Weiterentwicklungen nach Go-Live?

TE: Zum Beispiel haben wir viel an den Details der Navigation und Sprachumschaltung gefeilt.
Andere Dinge haben wir versucht und wieder verworfen: So haben uns Analysedaten gezeigt, dass einzelne Benutzer tatsächlich an dem Einstiegsfoto der Hauptseiten zu knabbern haben, nicht gleich erkennen, dass man hier scrollen kann. Es gibt ja Wege, dieses Scrollen "anzuteasern", aber weil es doch ziemlich leicht herausgefunden wird und wir niemanden deswegen "verloren" haben, fiel in diesem Falle die Entscheidung zu Gunsten des Design-Purismus.
Eine ganze Reihe weiterer Verbesserungen spielte sich in technischen Details ab, z.B. in Verlinkungen und SEO-Features.

FW: Das Stichwort Analysedaten hast Du nun schon zweimal erwähnt. Kannst Du dazu Genaueres sagen?

TE: Klar: Stand jetzt nutzen wir primär Google Analytics, was vor allem daran liegt, dass wir auch Adwords schalten. Das Benutzerverhalten auf der bisherigen Website hatten wir auf dieser Basis ganz gut im Auge und kannten daher nicht nur Stärken und Schwächen, sondern trugen auch schon lange Ideen zur grundlegenden Verbesserung mit uns herum. In der aktuellen "heißen Phase" nach dem Go-Live gibt es ein zweites Tool, das uns konkret hilft: Hotjar. Dort gibt es unter anderem die altbekannten "Heatmaps", also "Wo auf der Seite klicken Benutzer wirklich hin?" Ergänzend kann man sich das Ganze aber auch je Benutzersession als "Film" anschauen - sehr spannend! Man weiß natürlich nicht, wessen Klicks man da gerade anschaut, aber darum geht es ja auch überhaupt nicht - vielmehr darum, "live" zu sehen, wie gut oder schlecht das funktioniert, was man sich ausgedacht hat.

FW: Wieviel Aufwand steckt denn eigentlich insgesamt in diesem Relaunch?

"Einen großen Teil der Zeit für Konzeption aufzubringen ist eine absolute Empfehlung!"

TE: Insgesamt erstaunlich wenig, nämlich bislang deutlich unter 50 Tage. Nun haben wir natürlich keine große Website und keine komplexen Sonderfunktionen. Andererseits haben wir sehr bewusst einen sehr hohen Anteil der Zeit in die Konzeption gesteckt, und wie immer zeigt sich, dass das sehr gut investierte Zeit ist.
Wir sind jedenfalls stolz auf das Ergebnis und freuen uns über das Feedback unserer Nutzer! 

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